Das europäische Einheitspatentsystem entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch. Jüngere Praxiserfahrungen und neuere Entscheidungen werfen zunehmend strategische Fragen für Unternehmen auf.
Dr. Julia Traumann und Dr. Markus Grammel haben in der Zeitschrift pharmind bereits einen zweiteiligen Einführungsbeitrag veröffentlicht. Darin behandelten sie die Grundlagen des Systems (4/2025 [1]) sowie erste Entscheidungen des Einheitlichen Patentgerichts aus dem Pharma- und Life-Sciences-Sektor (6/2025 [2]).
In der aktuellen Ausgabe der pharmind (03/2026) führen die Autoren ihre Analyse fort und widmen sich den neuesten Entwicklungen sowie deren Bedeutung für die Praxis.
Fokus des aktuellen Beitrags
Der Beitrag greift ausgewählte Entwicklungen der letzten Monate auf und rückt die wichtiger werdenden, strategischen Fragestellungen in den Mittelpunkt. Nach der Anfangsphase und mit der sich entwickelnden Entscheidungspraxis stellt sich insbesondere die Frage, wie Unternehmen ihre Patentstrategien anpassen können.
Im Fokus steht dabei das Zusammenspiel von Einheitspatenten, klassischen europäischen Patenten und nationalen Schutzrechten sowie deren gezielte Nutzung in unterschiedlichen Konstellationen.
Wichtige Themen für die Praxis
Die Autoren beleuchten zentrale Entwicklungen in der Rechtsprechung des Einheitlichen Patentgerichts. Dazu gehören unter anderem Fragen der Anspruchsauslegung, der Beurteilung von Patentverletzungen, insbesondere bei Second Medical Use-Claims, sowie die Voraussetzungen der Erstbegehungsgefahr. Die Entwicklungen zeigen, dass sich das Einheitspatentsystem zunehmend etabliert und gleichzeitig neue Chancen wie auch Risiken mit sich bringt.
Bedeutung für Unternehmen
Für Unternehmen, insbesondere im Pharma- und Life Sciences-Sektor, bleibt es entscheidend, die fortlaufenden Entwicklungen in Rechtsprechung und Praxis im Blick zu behalten. Gleichzeitig gewinnen flexible und vorausschauende Patentstrategien weiter an Bedeutung.